Geschichtliches und Wissenswertes

Leder ist Leben!

Definition von Leder

Leder, Tierhaut, die durch chemische Behandlungen (Gerben) fest, flexibel, dehnbar und haltbar geworden ist.

Seit 500.000 Jahren nutzen Menschen in allen Erdteilen der Welt Leder als Material für Dinge des täglichen Gebrauchs.

Hüllen für Werkzeuge (Eiszeit - Gegenwart)
Zelte, Seile und Decken (Eiszeit - Gegenwart)
Bucheinbände (4. Jahrhundert - Gegenwart)
Möbel (17. Jahrhundert - Gegenwart)
Bekleidung aller Art (Eiszeit - Gegenwart)

Leder gehört nach Stein und Holz zu den ältesten Materialien die der Mensch für sein tägliches Leben entdeckt hat. Heutzutage hat Leder den Ruf eines hochwertigen und langlebigen Produktes.

Nehmen Sie sich die Zeit und erfahren Sie mehr über das Naturprodukt Leder.

Geschichte des Leders

Alles begann vor ca. 500.000 Jahren während der Eiszeit, in der bereits die ersten Menschen Felle verwendeten, indem sie sich in diese einhüllten, um ihren Körper vor Umwelteinflüssen, wie Kälte, Nässe usw. zu schützen.

Damals wie auch heute hatte Leder lediglich den Charakter eines Nebenproduktes.

Die ersten Ureinwohner jagten die Tiere zunächst um des Fleisches wegen. Sie merkten dann sehr schnell, dass nach dem Ablösen des Fleisches und des Fettes von der Haut ein wärmendes und solides Material entstand, nämlich Leder. Dieses wärmte sie und fungierte später auch als der erste primitive Schuhersatz. Das Problem war nur, dass das Leder nicht beständig genug war.
Erst nach Jahrhunderten stellte der Mensch fest, dass verschiedene Faktoren bzw. Prozesse notwendig waren, um das Leder vor dem ‘Zerfallsprozeß' zu sichern und zu schützen. Zunächst wurden die ausgebreiteten Häute in der Sonne getrocknet. Um die Häute dann wieder geschmeidig zu machen, wurden verschiedene fettartige Lösungen in die Poren gerieben. Dieser Vorgang war unabdingbar, jedoch fehlte noch die entscheidende Handhabung um dem Leder seinen Charakter zu geben.
Der eigentlich typische Gerbprozess wurde erst viele Jahrhunderte später entwickelt. Man stellte fest, dass eine bestimmte Lösung - nämlich die Säure der Bäume - nötig war, um die Konsistenz des Leders zu verändern und zu verbessern. Dieser Vorgang wurde von den Menschen der späten Eiszeit entwickelt und von den ersten Indianern weitergeführt. Diese nahmen die Asche Ihrer Lagerfeuer und vermischten diese mit etwas Wasser und rieben hiermit Ihre Felle ein. Bei diesem Vorgang wurden die Haare entfernt. Dann wurden die Häute mit Fetten - ausschließlich tierische - eingerieben, mit Stöcken gewalzt und wieder in der Sonne getrocknet. Dieser Vorgang dauerte ca. 3 Monate. Dieses Verfahren wurde unter anderem zur gleichen Zeit und auch noch viele Jahrhunderte danach in anderen Gebieten der Welt angewandt.
Gleichzeitig stellte man fest, wofür dieses wandlungsfähige Material noch verwendet werden konnte: Indem man Ledertaschen daraus nähte, konnte man darin Wasser transportieren. Man konnte aus Leder Zelte nähen und die alten Ägypter stellten bereits ihre ersten Schuhe daraus her; dieses taten Ihnen die Griechen und Römer lange Zeit nach.
Während der großen Römerfeldzüge waren diese bereits in warmen Jacken und Umhänge gewickelt und trugen Ledersandaletten. Auch deren Schilder bestanden mehr aus Leder als aus Metall. Aus Überlieferungen wissen wir, dass sich die Römer bereits auf Gerbungen mit Fischöl und Alaun verstanden. Zu jener Zeit wurde diese Tätigkeit bereits von einigen als Beruf ausgeübt. Seit dieser Epoche setzt man das Verfahren für alle Tierarten bzw. Qualitäten wie z.B. Ziege, Schaf, Lamm, Elch, Bär, Wolf, Rind usw. ein.
Im Mittelalter gewann das Leder nun immer mehr an Popularität. In dieser Zeit waren die bei weitem besten Handwerker in diesem Gewerbe die Araber. Die Marokkaner entwickelten sogar schon damals ein edles Ziegenvelours Leder, welches noch heute seinen Ruf als besonders hochwertig beibehalten hat. Im England des Mittelalters, zu einer Zeit, aus der die meisten Verbände, Zünfte und Handwerksberufe hervorgegangen sind, gewann der Handel und die Herstellung des Leders für die Zivilbenutzung in Form von Geldbörsen, Schuhen, Sattel, Taschen usw. immer mehr an Bedeutung. Das führte dazu, das Leder u. a. auch benutzt wurde für Buchumschläge und Pferdesättel. Bis zum Ende des 19.Jh. gab es nur wenige Methoden zur Herstellung von Leder. Tatsächlich hat sich dieses in den letzten 200 Jahren so gut wie nicht geändert. Nichtsdestotrotz bewirkte erst die ‘industrielle Revolution' die Entwicklung neuer Gerbprozesse. Als Gerbmittel wurden synthetische und/oder mineralische Stoffe, auch Fette, die heute noch weltweit angewendet werden. Durch den Einsatz von speziell entwickelten Maschinen und Gerbfässern entstand ein neuer Industriezweig.

Allgemeines

Was ist Leder?

Leder ist tierische Haut die mit Hilfe der Behandlung durch Gerbstoffe haltbar wird. Leder ist so natürlich wie die eigene Haut, dadurch zeichnet es sich als Bekleidungsmaterial aus.
- Leder ist elastisch und folgt geschmeidig jeder Körperbewegung
- Leder nimmt Feuchtigkeit auf und gibt gleichzeitig Schutz vor Wind und Wetter.

Durch die Ähnlichkeit mit unserer eigenen Haut ist Leder natürlich auch genauso empfindlich und reagiert auf Hitze, Feuchtigkeit, Fette und Beanspruchung von Fall zu Fall und Fell zu Fell unterschiedlich.

Herkunft der Rohware für die Lederherstellung

Bei der Schlachtung fällt die Haut als Abfallprodukt an. Die Häute werden unmittelbar nach dem Abzug mit Hilfe von Häutehändlern (Manipulanten) verfrachtet, die die Ware täglich vom Schlachthof abholen.

Was ist Gerben?

Gerben bedeutet, aus einer verderblichen Tierhaut ein haltbares Produkt, nämlich Leder, zu machen. Dieses erreicht man durch Stoffe, die sich mit dem Hauteiweiß (dem Kollagen) verbinden und in dieser Zusammensetzung ein sehr stabiles und sehr vielseitiges Material ergeben.

Die Rohhaut besteht zu ca.:
- 65,0 % aus Wasser
- 33,0 % aus Eiweißstoffen,
- 0,5 % aus Mineralstoffen,
- je nach Tierart aus 2,0 - 35,0 % Fettsubstanzen.

Umrechnungsfaktoren für die Maßeinheiten beim Leder

Umrechnungsfaktor:
1 qm = 10,764 qfs / 1 qfs = 0,0929 qm
(1 qfs = 30,48 cm x 30,48 cm)
(qfs = Quadratfuß / qm = Quadratmeter)