Leder-Lexikon

Anilinleder
Hierbei handelt es sich um Leder, das mit Hilfe von wasserlöslichen Anilinfarbstoffen durchgefärbt wurde. Bei diesem Leder ist die Hautstruktur und damit auch eventuelle Fehler, deutlich zu erkennen.

Baby-Calf
Kalbleder aus leichten, kleinen Fellen ohne Prägung.

Beschichtetes Leder
Dieses Leder ist mit einem dünnen Kunststofffilm überzogen und sieht dadurch dem Lackleder ähnlich.

Biberlamm
wird Schaf- oder Lammfell mit kurzer, feiner Wolle genannt.

Blösse
nennen sich Häute und Felle, bei denen als Vorbereitung für den Gerbvorgang Haare/Wolle, die oberste Hautschicht sowie Fleischteile entfernt wurden.

Boxkalb
Boxcalf wird pflanzlich oder kombiniert (chemisch/pflanzlich) gegerbtes Rindleder genannt. Es wird für Schuhe und Taschen benutzt.

Büffelleder
wird aus den Häuten des hauptsächlich in Indien und Indonesien vorkommenden Wasserbüffels gewonnen - und nicht, wie oft angenommen, aus den in der nordamerikanischen Prärie lebenden Bisons.

Chromgerbung
Hierbei wird das Leder mit Chromsalzen gegerbt. Diese Gerbmethode ist seit Beginn des 19. Jahrhundert am weitesten verbreitet.

Croupon
ist das Kernstück der Großviehhaut, nach der Entfernung der Bauchteile (Flanken) und der Halspartie.

Endzurichtung
wird der Vorgang genannt, in dem das Leder den letzten ‘Schliff' bekommt: Glanz, Abriebfestigkeit, gleichmäßige Farbe und Widerstandsfähigkeit gegen Wasser (Imprägnierung).

Fell
werden Kleintierfelle (z.B. Schaf, Ziege, Kalb) genannt, im Gegensatz zu den Großviehhäuten (z.B. Rind, Pferd).

Fettgerbung
Durch den Prozeß der Einarbeitung tierischer Fette werden Häute und Felle zu Leder umgewandelt. Die Fette gehen eine chemische Verbindung mit der Hautfaser ein, wodurch das Fett im Leder fixiert wird. Am häufigsten wird hier mit Tran oder Fischöl gearbeitet.

Flanke
Bauchteile des Leders (siehe Croupon).

Fleischspalt
nennt man a) die durch die Spaltmaschine gewonnene obere oder untere Schicht der Haut/des Felles (siehe Spalt) und b) das durch diesen Vorgang gewonnene Leder.

Folienleder
ist Leder, dessen Oberfläche mit einer Schicht aus künstlichem Material (wie bei Lackleder) oder einer Folie beschichtet wird. Das Endprodukt darf sich aber nur ‘Leder' nennen, wenn der Film nicht dicker als 0,15 mm ist.

Futterleder
wird zum Füttern von Schuhen, Lederwaren usw. verwendet.

Gerben
Umwandlung der verderblichen Häute und Felle durch Stoffe, die in haltbares Leder umwandeln.

Glacéleder
ist ein mit einer Mischung aus Alaun, Mehl und Eigelb (sog. Weißgerbung) gegerbtes Handschuhleder, meist Ziegenleder. Die Farbe wird mit Hilfe einer Bürste nur auf die Oberfläche aufgetragen.

Glanzstoßen
Hier ergibt sich durch die Bearbeitung einer Maschine, die mit Hilfe einer Rolle aus Glas und Achat durch Druck eine Lederoberfläche, die glänzend und leuchtend ist.

Haarschaf
nennt sich eine Schafart, die keine Wolle, sondern Haare trägt. Das Leder ist feiner und fester als das von Wollschafen. Wird auch Bastard, Cabretta oder Metis genannt.

Imprägniertes Leder
Ein Leder, das durch Einlagerung verschiedener Stoffe wasserabweisend wird, ohne dadurch seine ledertypischen Eigenschaften zu verlieren.

Kalbleder
wird aus den festeren Fellen eines jungen Rindes gewonnen. Die Grenze zwischen Kalbfell und Rindhaut ist von Land zu Land unterschiedlich.

Kalbvelours
Kalbleder mit einem samtartigen Schliff auf der Fleischseite (siehe Rauhleder, Samtleder)

Kips
nennt sich das Leder einer kleinen Rinderrasse südostasiatischem oder ostafrikanischen Ursprungs.

Knautsch-Lack
ist weiches Lackleder mit einer faltigen oder zerknitterten Oberfläche.

Kombinationsgerbung
Leder, daß mit Hilfe von zwei oder mehr Gerbmitteln, z. B. pflanzlicher mit nachfolgender Chromgerbung (semi-chrom) - oder umgekehrt Chromgerbung mit nachfolgender pflanzlicher Gerbung, gegerbt wurde.

Korrigierter Narben
Die Narbenschicht des Leders wird durch Schleifen (Abbufen) leicht entfernt, ohne daß es die Art von Nubuk erhält. Die Lederoberfläche wird durch verschiedene Finisharbeiten neu gestaltet.

Lackleder
ist ein mit glänzendem, spiegelglattem Film überzogenes Leder. Hier werden eine oder mehrere Schichten von Firnis oder Lack mit oder ohne Farbzusätze nacheinander aufgetragen.

Lammleder
nennt sich das aus Lammfellen hergestelltes Leder. Es wird vorwiegend in der Bekleidungs- und Handschuhindustrie verwendet.

Lammfell (-pelz)
wird die Wolle bei gegerbten und zugerichteten Schaf- oder Lammleder genannt.

Leder
ist die allgemeine Bezeichnung für gegerbte Häute und Felle. Die Haare oder Wolle können entfernt oder erhalten sein.

Lohgare Gerbung
Gerbung mit gerbstoffhaltigen Rinden (Eichenlohe, Fichtenlohe).

Mastkalbleder (Mastbox)
Besonders große Kalbfelle, die für Schuhe oder Lederwaren verwendet werden (siehe Kalbleder).

Metallisiertes Leder
Ein Leder mit glänzendem Überzug, wobei die Endzurichtung (Finish) durch die Zugabe von Metallpuder oder durch das Aufbringen einer Metallfolie erfolgt. Das Leder hat häufig einen changierenden (Perlglanz, Perlmutteffekt) Charakter.

Mineralgerbung
wird mit Hilfe von Mineralsalzen (z. B. Chrom, Aluminium, Eisen etc.) durchgeführt.

Mocha
Ein Handschuh- und Bekleidungsleder von Haarschaf-, Ziegen- und Kalbfellen mit feiner, samtiger Oberfläche (siehe Nubuk)

Nachgegerbt
wird, um spezielle Eigenschaften bei bereits gegerbten Häuten und Fellen mit Hilfe von bereits bei der eigentlichen Gerbung benutzten oder ähnlichen Gerbstoffen durchgeführt.

Nappa
ist ein ursprünglich weiches vollnarbiges Handschuh- oder Bekleidungsleder aus Schaf- oder Ziegenfellen, meist durchgefärbt. Heute eine Bezeichnung für alle sehr weichen, griffigen Leder jeglicher Rohwarenart und für alle Verwendungszwecke. Man spricht auch von ‘Glattleder'.

Narben
ist das bei jeder Tierhaut eigentümliche Porenbild, das auf der Außenseite der Haut oder des Felles nach Entfernen des Haar- oder Wollkleides sichtbar wird.

Narbenleder
Ein auf der Narbenseite einer Haut/eines Felles zugerichtetes Leder, auf dem die Narbenschicht voll erhalten ist.

Narbenschleifen
nennt man den Arbeitsvorgang, bei dem die Narbenschicht durch Abschleifen mehr oder weniger aufgerauht wird. (siehe geschliffenes Narbenleder, Narbenspalt)

Narbenspalt
ist der obere Teil einer gespaltenen Haut.

Nubuk
ist ein festes, narbenseitig geschliffenes Kalb- oder Rindleder mit samtartiger Oberfläche.

Oberleder
nennt sich das Leder für die äußeren Schuhoberteile (Schuhschaft). Es können alle Rohwarenarten zu Oberleder verarbeitet werden.

Peccary-Leder
ist ein Narbenleder aus den Häuten südamerikanischer wildlebender Schweine, vorwiegend für Handschuhe aber auch für Schuhe. Dieses Leder wird allgemein ‘Schweinsleder' genannt.

Pelzvelours
wird das kurzwollige, auf der Fleischseite rauhlederartig zugerichtete Lamm- oder Schaffell genannt. Es findet hauptsächlich in der Bekleidungsindustrie Verarbeitung.

Pergament
ist ein durchsichtiges oder lichtdurchlässiges Spezialprodukt mit einer glatten Oberfläche. Es wird für Urkunden, Bucheinbände und diverse andere Zwecke benutzt. Hergestellt wird es aus Schaf-, Ziegen- oder Kalbfellen sowie aus Schwein- oder Eselshäuten.

Pflanzliche Gerbung
Gerbprozeß mit Hilfe von aus Pflanzen gewonnenen Gerbstoffen, z. B. Eichenrinde, Kastanienholz (siehe auch lohgare Gerbung).

Pigment-Zurichtung
Auftragen deckender Farben auf das Leder.

Pressnarben
Künstlich auf das Leder gepreßtes oder geprägtes Narbenbild, das die natürliche Narbenstruktur einer Tierhaut nachahmt. Wird auch zum pressen oder prägen von Phantasiemustern benutzt.

Rahmenleder
wird aus Rindhäuten in vegetabilischer oder kombinierter Gerbung hergestellt und speziell für die Herstellung von Schuhrahmen verwendet. Der ‘Rahmen' ist die Verbindung zwischen Schuhoberteil (Schaft) und Sohle. Wird heute auch ohne Funktion als Zierde angebracht.

Rauhleder
ist entweder von der Narbenseite (Nubuk) oder von der Fleischseite (Velours) angeschliffenes Leder.

Rohhaut
nennt sich die ungegerbte Haut.

Saffian
Das unter Verwendung von Sumach vegetabilisch gegerbte Ziegenleder mit einem natürlichen, charakteristischen Narbenbild. Charakteristisch ist das Knirschen des echten Saffians.

Sämischleder
wird mit Hilfe der Oxydation von Tran oder Fischöl in Schaf- oder Lammfellen her gestellt. Wegen der wassersaugenden Eigenschaften wir dieses Leder in der Hauptsache als Fensterleder verwendet.

Samtleder
ist Leder, dessen Fleischseite geschliffen wurde und dadurch einen feinen, samtartigen Charakter erhält (siehe Rauhleder).

Schattenfinish
ist eine Zurichtungsart, bei der das Leder einen ‘Schatteneffekt' erhält.

Schrumpfleder
erhält man durch eine besondere Gerbung, bei der das Leder zum Schrumpfen gebracht wird.

Schweinsleder
Damit meint man, im Gegensatz zu Peccary, das Leder aus der Haut des Hausschweins.

Semi-Anilinleder
Leder, das unter Mitverwendung von Pigmentfarbstoffen anilingefärbt wird.

Skiver
ist der gegerbte äußere Spalt oder Narbenspalt eines Schaf- oder Lammfelles, manchmal auch eines Ziegenfelles.

Softy-Leder
allgemeiner Begriff für besonders weiches und anschmiegsames Leder.

Sohlleder
wird das Leder genannt, das für die Herstellung der Laufsohle des Schuhs verwendet wird. Auch: Unterleder, Bodenleder, Vacheleder.

Spalten, Spalt
Eine Haut oder ein Fell wird durch Spalten über die gesamte Fläche in zwei Schichten zerlegt. Die so gewonnenen Schichten nennt man Narbenspalt (oberer Teil - siehe auch Narbenspalt) und Fleischspalt (unterer Teil).

Synthetische Gerbung
Mit Hilfe von chemischen Stoffen gegerbtes Leder.

Vachette
auch Vachette-Leder (La vache = Kuh), ist vollflächiges Rindleder aus Kuh- und Bullenhäuten, das durch Spalten auf eine gleichmäßige Stärke gebracht wurde. Je nach Verwendungszweck werden die Leder auch Polster-, Koffer- und Taschenvachetten genannt.

Vegetabile Gerbung
siehe pflanzliche und lohgarbe Gerbung.

Veloursleder
siehe Rauhleder

Veloursspalt
auch Rauhlederspalt, ist ein Leder aus dem Fleischspalt von Häuten oder Fellen, mit samtartiger Oberfläche (siehe auch Rauhleder).

Voll-Leder
ist das Leder aus ungespaltenen Häuten und Fellen. Hier in Deutschland wird auch das gespaltene Rindleder so bezeichnet, wenn es sich um die Narbenseite (Narbenspalt) handelt.

Vollnarbiges Leder
Leder mit vollem, natürlichen Narben, wie es nach Entfernung der Haare sichtbar wird. Der Narben wird weder durch Schleifen noch durch Spalten verändert (siehe korrigierter Narben).

Walkleder
nennt sich Rindleder, dessen mittlere Hautschicht nur teilweise gegerbt wurde. Das im Gerbfaß gewalkte Leder wird vornehmlich im Orthopädie-Bereich bei der Herstellung von Prothesen verwendet.

Waschleder
ist a.) der Ausdruck für sämisch gegerbtes Fenster- und Autoleder und b.) die Bezeichnung für ein waschbares Handschuh- oder Bekleidungsleder.

Waterproof
Chromgegerbtes oder kombiniert gegerbtes, wasserabweisendes Leder, das ursprünglich stark gefettet war. Es können jedoch auch andere imprägnierende Zusätze verwendet werden (siehe auch Imprägniertes Leder)

Weißgerbung
Bezeichnung für den Gerbprozess mit Alaun.

Wet Blue
nennt sich das chromgegerbte Leder, welches nicht weiter zugerichtet wird, sondern im feuchten Zustand (wet) an Färbereien verkauft wird.

Wildleder
wird das Leder, das aus Wildfellen (z. B. Elch, Hirsch usw.) gewonnen wird genannt. Fälschlicherweise wird es oft auch das Veloursleder bezeichnet.

Zugerichtetes Leder
ist Leder, das nach der Gerbung in verschiedenen Zuricht-Arbeitsgängen (z. B. Schleifen, Farbspritzen, Aufbügeln) weiterbearbeitet wurde. Wenn es noch nicht für den weiteren Gebrauch fertig ist, spricht man auch von teilzugerichtetem Leder.