LEDER
dieser natürliche Rohstoff ist wie eine zweite Haut



Arbeitsgänge bei der Lederherstellung

Lagern und sortieren
Im sog. 'Fellspeicher' wird die mit Kochsalz konservierten Rohhäute in gekühlten Räumen gelagert. Es findet eine Qualitätskontrolle sowie eine Gewichtsklassifizierung statt.

Weiche
Durch diesen Vorgang werden die Rohhäute von Schmutz und Salz befreit. Hier beginnt die eigentliche Lederherstellung!

Entfleischen
Mit scharfen Messerwalzen werden Gewebe-, Fleisch- und Fettreste entfernt.

Äschern
Bei diesem Arbeitsvorgang werden die Haare des Fells mit Hilfe von Kalk und Schwefelverbindungen gelöst.

Beizen, Pickeln, Gerben
Beim Beizen und Pickeln wird das Fell mit Säure und Salz für die Gerbung aufbereitet. Während des Gerbens nehmen die Hautfasern die Gerbstoffe auf. Damit ist aus dem Fell Leder geworden.

Abwälken
Das nasse Leder wird durch das Pressen zwischen Rollen entwässert.

Sortieren
Die Leder werden nach diversen Qualitätskriterien, z. B. Fehlern wie Dungschaden, sortiert.

Spalten
Um ein Leder mit gleichmäßigem Durchmesser zu erhalten, wird das Leder gespalten. Das sog. Spaltleder kann man u.a. zu Veloursleder verarbeiten.

Falzen
Hier wird das Leder wiederum auf eine gleichmäßige Stärke gebracht. Auf der Rückseite werden Unebenheiten entfernt. Anschließend wird das Leder zu sog. Färbepartien zusammengestellt.

Neutralisieren, Füllen und Fetten
Die aus dem Gerbvorgang stammende Säure wird neutralisiert. Anschließend wird, je nach Ledertyp, eine Füllung und das Färben mit Farbstoffen vorgenommen (siehe Färbevorgang).

Trocknen
Es werden zwei Methoden zum Trocknen des Leders angewandt: a. das Vakuumtrocknen (Feuchtigkeit wird abgesaugt) und b. das Hängetrocknen (Leder wird durch Trockenöfen gefahren).

Stollen
Damit das Leder wieder weich wird, wird es maschinell gewalkt (gestollt) und für die Zurichtung vorbereitet.

Zurichten
Hier wird die Oberflächenbehandlung des Leders vorgenommen und es erhält hier sein endgültiges Aussehen. Durch Grundieren, Farbauftrag, Appretieren, Pressen und Bügeln wird dem Leder, je nachdem was die Mode verlangt, eine glänzende oder matte, ein- oder mehrfarbige, glatte oder genarbte Oberfläche gegeben, ohne das die natürlichen Eigenschaften (Geschmeidigkeit, Atmungsaktiv) beeinträchtigt werden.


Die Lederarten

Spalt
In mehreren Schichten gespaltenes Rindsleder. Die untere Schicht ist samtig in der Oberfläche und hat einen festen, harten Griff. Sehr preiswertes Leder.

Bockvelour
Ein Leder mit besten Trageeigenschaften. Es ist reißfest, leicht und strapazierfähig. Bevorzugt für Trachten-, Sport- und Jagdbekleidung.

Laponia
Auf der Narbenseite (glatten Seite) geschliffenes Rindleder. Es ist etwas schwerer als Nubuk und hervorragend als 'Wildhautersatz' bei Trachten- und Sportbekleidung geeignet aufgrund seiner besonders guten Trageeigenschaften und Pflegbarkeit. Es ist bei 30°C voll waschbar und erhält durch aufrubbeln seine ursprüngliche Weichheit wieder zurück.

Semi-Bockvelour
Ein Leder mit besten Trageeigenschaften, das unter Mitverwendung von Pigmentfarbstoffen anilin-gefärbt wird (Sprüh-Färbung). Es ist reißfest, leicht und strapazierfähig. Bevorzugt für Trachten-, Sport- und Jagdbekleidung.

Semi-Hirsch
Ein Leder mit besten Trageeigenschaften, das unter Mitverwendung von Pigmentfarbstoffen anilin-gefärbt wird (Sprüh-Färbung). Es ist reißfest, leicht und strapazierfähig. Bevorzugt für Trachten-, Sport- und Jagdbekleidung.

Sämisch-Hirsch
Feinstes Wildleder mit angerauhter Narbenseite und hervorragenden Trageeigenschaften. Ein äußerst kostbares, langlebiges Leder, sehr angenehm, geschmeidig und leicht auf der Haut. Verwendung bei hochwertiger Leder- und
Trachtenbekleidung. Es wird mit Hilfe der Oxydation von Tran oder Fischöl in Schaf- oder Lammfellen her gestellt.